VGM Verein für gesundheitsverträglichen Mobilfunk Liechtenstein


VGM Forumsbeitrag vom 19.8.2011

Fatale Entwarnung

In den Schweizer Medien und auch in der Tagesschau wurde kürzlich fälschlicherweise Entwarnung zur Schädlichkeit von Handys für Kinder gegeben: die wenigen brauchbaren Resultate, die die Studie von Martin Röösli und anderen zum Handygebrauch von Kindern zeitigte, besagten das genaue Gegenteil: Fakt ist, dass Kinder mit einem eigenen Handy-Abo, gegenüber den nicht-regelmässig Telefonierenden ein doppelt so hohes Risiko haben, einen Hirntumor zu entwickeln.
Damit wird ein lebenswichtiger Zusammenhang erneut bestätigt:
Im Dezember berichtete Naohito Yamaguchi, dass seine japanische Forschergruppe bei langjährigen Handy-Nutzern häufiger Tumore des Hör- und Gleichgewichtsnervs gefunden haben. Diejenigen, die Handys für mehr als 20 Minuten pro Tag für mindestens fünf Jahre verwendeten, hatten dreimal häufiger Akustikus-Neurinome als erwartet. Die Japaner waren bereits die dritte Gruppe (nach Lennart Hardell und George Carlo), die einen Zusammenhang von gepulster Strahlung und Krebs nachweisen.
In Rööslis Studie sind leider die meisten anderen Aussagen aufgrund der zu kleinen Datenbasis nicht aussagekräftig. Ein grosser Mangel ist sicher auch, dass er die bereits stark verbreitete Grundbelastung mit gepulster Strahlung durch die hauseigenen Quellen wie dect-Telefone und wlan nicht separat erhoben hat – ein erstaunlicher Lapsus für einen Forscher, der kürzlich in seiner „Basler Studie“ die Gesamtbelastung der Menschen mit Mobilfunkstrahlung auf je ungefähr einen Drittel durch Antennen, eigenen Handygebrauch und Hausinstallationen zurückführen konnte. Offenbar hält auch die Systematik des Forschungsprojektes einer näheren Überprüfung nicht stand und die Autoren suchten darum krampfhaft nach anderweitigen Evidenzen.
Ende April zeigte hingegen *Prof. Dr. Dominique Belpomme am Elektrosmog-Kongress in Bern eindrücklich, wie weit Handystrahlung in Kinderschädel eindringen kann: doppelt so tief wie in Erwachsenenschädel! und welche Auswirkungen auf die Hirne damit verbunden sind.
Es bleibt der Eindruck, dass gewisse Forscher der jüngsten Neu-Beurteilung der WHO (IARC, internationale Krebsforschungsagentur) dass Mobilfunkstrahlung möglicherweise krebserregend sei, unbedingt etwas entgegensetzen wollen: die Industrie und alle die Experimentatoren, die Schulprojekte mit Handys und Co. lancieren - wie z.B. in der Projektschule Goldau der PH Schwyz - freut Rööslis Einsatz jedenfalls.

Hansueli Stettler, funkstrahlung.ch
Dachverband Elektrosmog Schweiz und Liechtenstein;
und VGM, Verein für gesundheitsverträglichen Mobilfunk
Postfach 314
9492 Eschen


*(Professor der klinischen Onkologie an der Universität Paris-Descartes, medizinische Onkologie und Umweltmedizin an der Alleray-Labrouste Klinik in Paris praktizierend, Präsident von ARTAC (Gesellschaft für Krebsforschung und -therapie),Vorsitzender von ISDE-France (Internationale Gesellschaft der Ärzte und Ärztinnen für Umweltschutz)

Risk of Glioma

Elisabeth Cardis, Leiterin der Interphone-Studie, publizierte diese Tabelle zum Langzeitgebrauch (über 7 Jahre) von Mobiltelefonen und das daraus resultierende höhere Risiko, ein Gliom (Krebs im Gehörbereich) zu entwickeln. Sie zeigt: es gibt sehr wohl einen langfristig kumulativen Effekt, d.h. die gesamthaft absorbierte Strahlenmenge ist relevant.

Weitere Informationen über die Studie von Cardis finden Sie hier:
http://www.powerwatch.org.uk/news/20110610-mobile-phone-tumours-evidence.asp

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